7. Runder Tisch der Bonn Platform for Forced Migration Studies
Immer noch ein Vorbild? Kanadas Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik im Wandel
Votrag: Prof. Dr. Dagmar Soennecken, York University
Diskutantin: Prof. Dr. Petra Bendel, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
📅 Dienstag, 5. Mai 2026
Einlass: 16:30 Uhr, Beginn: 17.00 Uhr
📍 Universität Bonn, Hauptgebäude, Festsaal,
Regina-Pacis-Weg 3, 53113 Bonn
Mit seinem multikulturellen Gesellschaftsmodell und seiner pluralen Einwanderungspolitik gilt Kanada seit Jahrzehnten als internationaler Referenzpunkt. Insbesondere im Bereich der Flüchtlingsaufnahme nimmt das Land seit Langem eine Vorreiterrolle ein – etwa durch innovative Programme wie die in den 1970er Jahren eingeführten privaten Flüchtlingspatenschaften, die international als Modell wahrgenommen und vielfach adaptiert wurden. Zusammen mit seinen gesteuerten, punktbasierten Zuwanderungsmechanismen hat all dies Kanada den Ruf eines Landes mit einer herausragenden „Willkommenskultur“ eingebracht, die auch in Deutschland intensiv diskutiert wurde. Im nordamerikanischen Vergleich wird Kanada dabei häufig, insbesondere vor dem Hintergrund restriktiverer Entwicklungen im nordamerikanischen Kontext seit der Wiederwahl von Donald Trump 2017, als das „liberalere Gegenmodell“ zu den Vereinigten Staaten gelesen.
Der Vortrag fragt, inwiefern dieses Bild unter den Bedingungen jüngerer politischer und gesellschaftlicher Entwicklungen noch zutrifft. Im Zentrum stehen Veränderungen in der Steuerung von Migration und Flucht, Verschiebungen in der politischen Rhetorik nach der Wahl Mark Carneys sowie neue Spannungen zwischen innenpolitischen Interessen, humanitären Verpflichtungen und wirtschaftlichem Druck. Anhand aktueller Reformen – darunter die Verabschiedung von Bill C-21 – und politischer Debatten wird analysiert, ob und wie sich Kanadas Ansatz transformiert und inwieweit externe und interne Dynamiken diesen Wandel vorantreiben. Der Beitrag geht damit der Frage nach, ob das „bessere“ Nordamerika zunehmend der Vergangenheit angehört.
Um Anmeldung bis zum 28.04.2026 wird gebeten.
Die Runden Tische sind eine Veranstaltungsreihe der Bonn Platform for Forced Migration Studies.
Die Bonn Platform for Forced Migration Studies ist eine im Jahr 2023 von Wissenschaftlerinnen und akademischen Managerinnen etablierte Kooperation zwischen bicc (Bonn International Centre for Conflict Studies), FFVT (Flucht- und Flüchtlingsforschung: Vernetzung und Transfer), der Universität Bonn und dem Bonner Institut für Migrationsforschung und Interkulturelles Lernen (BIM e.V.) mit seinem Haus der Vielfalt Migrapolis.
Ziel der Runden Tische ist es, Bonner Stakeholder zu den Themen Flucht und Migration zusammenzubringen, und eine Plattform für Erfahrungsaustausch, kollegiale Beratung und gemeinsames Lernen zu bieten. Mit seinem interaktiven Charakter möchten die Runden Tische Teilnehmende dazu ermutigen, eigene Themen einzubringen und in Dialoge einzutreten.
Wir freuen uns über Ihre Teilnahme!
Kontakt:
Dr. Sandra Gilgan (Universität Bonn)
Maarit Thiem (bicc / FFVT)
Dr. Lena Laube & Dr. Maria Ullrich (FIW, Universität Bonn)
Jure Leko (BIM e.V.)